Der Amazonas brennt: 5 Dinge, die du jetzt tun kannst

Zwischen den ersten größeren medialen Berichterstattungen zu den Waldbrennen im Amazonas-Gebiet und heute liegt gar nicht so viel Zeit und doch ist es schon sehr viel leiser in den Nachrichten geworden. Durch die geringere Präsenz könnte man meinen, dass das Problem gelöst wurde und man die Brände unter Kontrolle bekommen hat. Doch das Gegenteil ist der Fall. Es wurde zwar ein 60-tägiges Verbot zur Brandrodung verhangen, doch sind es mittlerweile über 91.000 (!) Brände, die seit Anfang des Jahres im größten Regenwald dieser Welt ihr Unwesen treiben. Und dringend notwendige Gelder zur Unterstützung will Brasilien nach wie vor nicht annehmen. (Quellen: FOCUS Online; Statista)

Was der Amazonas mit uns in Deutschland zu tun hat

Obwohl das Regenwald-Gebiet mehrere tausend Kilometer entfernt von uns liegt, betrifft es uns alle, wenn dort Dinge passieren, die nicht „normal“ sind – und normalerweise brennen feuchte Wälder nicht. Die Feuer werden gelegt, um Flächen z. B. für den Ackerbau zu schaffen. Und durch die Rodungen schwindet nicht nur der Baumbestand, sondern auch die CO2-Speicherkapazität – gleichzeitig wird CO2 durch die Bewirtschaftung freigesetzt. Und das alles getrieben durch Geld – für Lebensmittel und Produkte, die in der Welt, in Europa, in Deutschland konsumiert werden.

Bei solchen Schlagzeilen fühlt man sich irgendwie hilflos, nahezu ohnmächtig und nicht mit der geringsten Chance, etwas tun zu können. Aber ist dem wirklich so?

Wir haben uns mit dem Thema auseinandergesetzt und wollen dir 5 Wege aufzeigen, wie du jetzt ganz konkret den Amazonas vor weiteren Brandrodungen und unser Klima schützen kannst.

1. Schau genau(er) hin: Palmöl

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Auch wenn der Amazonas „nur“ auf Rang 12 der Palmöl-produzierenden Länder steht, hat sich die Produktion in etwas mehr als zehn Jahren nahezu verdreifacht! Für den Anbau werden große Flächen gerodet und so nicht nur der Baumbestand drastisch reduziert, sondern auch der Lebensraum von etlichen Lebewesen. Achte beim Einkaufen also darauf, dass kein (konventionell-angebautes) Palmöl in den Produkten enthalten ist. Verarbeitet wird es z. B. in Kosmetika und Lebensmitteln. Mittlerweile gibt es viele Alternativen – sogar Schoko-Cremes, die komplett ohne Palmöl auskommen und trotzdem hervorragend schmecken.

(Quelle: Faszination Regenwald)

2. Werde Recycling-Meister: Papier

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Wusstest du, dass jeder 2. (!) Baum,  der  auf dieser  Welt  industriell gefällt  wird, in  der  Papierherstellung landet? Auch der Wasserverbrauch ist enorm: pro Kilo „Primärfaserpapier“ sind es 50 Liter. Ein Kilo Recyclingpapier hingegen benötigt nur 15 Liter und insgesamt auch weniger Energie.

Damit wertvolle Ressourcen im Kreislauf gehalten werden können, ist es wichtig, dass wir unseren Müll richtig recyceln. Besser noch: Papiertüten & Co. nicht zu schnell entsorgen! Denn Papiertüten haben bei einmaliger Nutzung tatsächlich eine schlechtere Ökobilanz als Plastiktüten. Erst nach einer Verwendung von 2–3 Mal rechnet sich die Papiertüte. Zur Verbesserung der Reißfestigkeit werden in der Regel auch neue Fasern hinzugefügt, sodass es sich nie um reines, recyceltes Altpapier handelt. Versuche,  Papiertüten daher erst ins Altpapier zu geben, wenn sie wirklich aufgetragen sind.

(Quelle: Umweltbundesamt)

3. Probier mal was’ Neues: weniger Fleisch

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Einer der größten Hebel, um gutes fürs Klima und unsere Umwelt zu tun: vegan leben. Denn um die Weltbevölkerung mit Fleisch und tierischen Produkten zu versorgen, müssen riesige Mengen an Soja und Futtermitteln angebaut werden. Eine pflanzliche Ernährung wäre also nicht nur deutlich gesünder, es würde auch mehr CO2 und Fläche eingespart werden:

  • Fast 70% der gesamten direkten Treibhausgas-Emissionen unserer Ernährung sind auf tierische Produkte zurückzuführen.⁣
  • Neben dem CO2-Fußabdruck verursachen wir auch einen Flächenfußabdruck: pro Kopf und Jahr sind es satte 1.000 m².
  • Über 70% unseres ernährungsbedingten Flächenfußabdrucks entstehen allein durch den Verzehr tierischer Lebensmittel.

Fazit: Würden wir weniger fleischbetont essen und zudem weniger essbare Nahrungsmittel wegwerfen, würden über 4 Mio. ha an Acker- und Grünland frei für andere Nutzungen. Oder eben nicht mehr gebraucht, sodass mehr Regenwald erhalten bliebe.

(Quellen: „Klimawandel auf dem Teller, WWF 2012 sowie „Schwere Kost für Mutter Erde“, WWF 2014)

4. Achte auf dein Geld: grüne Banken

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Geld muss nicht immer schlecht sein: Auch wenn es der wesentliche Treiber im Amazonas für die Brandrodungen ist, lässt sich mit dem eigenen Geld auch gutes tun. Und zwar mit dem Wechsel zu einer nachhaltigen, ethischen Bank. Diesem Thema wollen wir demnächst nochmal einen eigenen Platz einräumen, da es sehr wichtig, aber auch etwas komplexer ist. Schon mal so viel vorweg: Leider investieren die meisten Banken und Finanzunternehmen dein Geld in Industriezweige, die wenig bis gar nicht ökologisch- oder sozialverträglich sind. Im Gegenteil: Konventionelles Banking ist profitgetrieben und es wird in solche Unternehmen und Branchen investiert, die die höchsten Erträge bringen. Dazu gehört nicht nur die Waffenindustrie, sondern auch Viehzucht und Soja-Anbau in Brasilien.

Wer jetzt schon mehr wissen möchte: Über Utopia sind wir dazu auf dieses Dokument gestoßen.

5. Talk about: JEDER kann etwas tun!

Vorurteile und Halbwissen zu den genannten Tipps scheinen sich hartnäckig zu halten. So werden Soja-Produkte für die pflanzliche Ernährung auch gerne mal vorschnell verurteilt, da für den Soja-Anbau ja riesige Flächen gerodet würden. Dass lediglich ca. 2% direkt vom Menschen verzehrt werden (z. B. als Sojasauce oder Tofu), ist vielen nicht bewusst. (Quelle: Overdeveloped)

Auch der Umstand der besseren Klimabilanz einer Plastiktüte im Vergleich zur Papiertüte (bei einmaliger Verwendung) gerät oftmals in Vergessenheit… usw.

Daher: Klärt auf, wo ihr könnt und vor allem, sagt es weiter: Wirklich JEDER kann etwas tun, um den Regenwald und das Klima zu schützen. Und es braucht jetzt wirklich jeden einzelnen!


Apropos: Am 20.9. ist globaler Klimastreik! Bestimmt auch in deiner Nähe:

Globaler_Klimastreik_20_9

👉 https://fridaysforfuture.de/map/klimastreik.html

Bist du dabei? 🙋‍♀️🙋‍♂️💪

Quellen: siehe oben
Fotos: pexels.com