Hamburg fordert Verbot von Mikroplastik in Kosmetik

Das Thema Mikroplastik hat diesen Mittwoch offensichtlich eine bedeutende Rolle in Hamburg gespielt:
Nicht nur wir haben für eine neue Podcast-Folge über Mikroplastik und die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt gesprochen, sondern auch der Hamburger Senat: Denn gestern wurde eine Bundesinitiative beschlossen, um ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetikprodukten zu erwirken – und so den 330.000 Tonnen Mikroplastik ein Ende zu bereiten, die in Deutschland pro Jahr freigesetzt werden.

Das Problem von Mikroplastik in Kosmetik

Mikroplastik ist noch in viel zu vielen Kosmetik- und Pflegeprodukten zu finden. Zum Beispiel in erkennbarer Form als Kügelchen oder als unsichtbarer Konsistenzgeber.
Das Problem (wie wir auch gestern im Interview mit BEF Deutschland gelernt haben):
Die langfristigen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sind noch nicht hinreichend bekannt, hier befindet sich die Forschung gerade erst am Anfang. Des Weiteren spülen wir das Mikroplastik, zum Beispiel beim Duschen, in den Wasserkreislauf. In Kläranlagen kann dieses nicht vollständig herausgefiltert werden und gelangt in Gewässer und verbleibt im Klärschlamm – welcher wiederum auf Feldern landet. Hinzu kommen Schadstoffe und Umweltgifte, wie z. B. Pestizide, die sich an Mikroplastik anheften, Tiere und Pflanzen gefährden und letztendlich den Weg in die Nahrungskette finden.

Hamburg fordert nicht nur Verbot von Mikroplastik in Kosmetik

Jens Kerstan, Umweltsenator: „… Eine Umrüstung [der Kläranlagen] wäre immens teuer und müsste von den Wasserkunden finanziert werden. Es wäre viel einfacher, wenn die Hersteller endlich auf Mikroplastik verzichten würden. Freiwilligkeit hat hier bislang wenig bewirkt, deshalb wollen wir jetzt über den Bundesrat ein Verbot der Kunststoffteilchen in Kosmetika erreichen.
Neben einem Verbot von Mikroplastik in Kosmetik fordert der Senat, auch für andere Problemfelder Lösungen zu entwickeln, z. B. für Agrarkunststoffe, Textilien und Reifenabrieb. Weitere Infos gibt’s im Pressearchiv der Seite hamburg.de.

So identifiziert ihr Mikroplastik in Kosmetikprodukten

Mikroplastik in Kosmetik- und Pflegeprodukten lässt sich meist nicht ohne Weiteres erkennen. Unterstützung bieten hier beispielsweise der BUND Einkaufsratgeber oder die App „CodeCheck„: Einfach den Barcode eines Produktes scannen und ihr erhaltet eine Übersicht über die enthaltenen Stoffe und ob diese bedenklich oder unbedenklich sind.

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Anmerkung Titel-Bild: Beispielhafte Darstellung, die abgebildeten Produkte enthalten nicht zwingend Mikroplastik.