Bienenwachstuch statt Plastikfolie – so geht’s!

Selbstgemachte Bienenwachstücher begleiten mich schon seit dem Beginn der Umstellung in ein plastikfreieres Leben. Was mich jedoch Teils sehr überfordert hat: Im Internet findet man verschiedenste Herstellungsmethoden sowie Anleitungen mit unterschiedlichen Zutaten. Also habe ich ausprobiert: mal mit Baumharz, mal mit mehr, mal mit weniger oder ganz ohne, mal mit Öl, mal ohne, … Auch eine Version mit Pflanzenwachs habe ich getestet, um eine vegane Alternative zu finden. Hier bin ich jedoch noch nicht 100%ig zufrieden, sodass ich euch heute das denkbar einfachste „Rezept“ mit den Standard-Zutaten zum Herstellen von Bienenwachstüchern zeigen möchte.

Selbstgemachte Bienenwachstücher – das wird benötigt:

  • Baumwollstoff(e) mit den Mustern deiner Wahl
  • Bienenwachs, z. B. Kerzenreste oder Pastillen
  • 2 Bögen Backpapier (können mehrere Male verwendet werden)
  • Schere zum Zuschneiden des Stoffs
  • Bügeleisen und ggf. Bügelunterlage
  • optional Wäscheklammern zum Fixieren

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Und so stellst du deine eigenen Bienenwachstücher her:

1. Stoffe im gewünschten Format zuschneiden, den Zuschnitt auf das Backpapier legen und das Bienenwachs auf dem Tuch verteilen.03_Bienenwachstuch_032. Den 2. Backpapier-Bogen auflegen und ggf. mit Wäscheklammern fixieren, da das erwärmte Wachs zum Rutschen des Bogens führen kann.
07_Bienenwachstuch3. Das Bügeleisen einschalten. Ich nutze die Einstellung zwischen Wolle und Baumwolle.05_Bienenwachstuch.jpg4. Nun mit dem Bügeleisen über das Backpapier bügeln, sodass das Wachs schmilzt und sich langsam im Stoff verteilt.11_Bienenwachstuch.jpg5. Wenn sich alles gleichmäßig verteilt hat, schnell den oberen Bogen des Backpapiers abdecken und das Tuch an einer Ecke hochheben.12_Bienenwachstuch.jpg6. Das Wachs erhärtet relativ schnell, sodass du das Tuch nur kurz in der Luft halten musst, bevor du es aufhängen oder ablegen kannst.

In diesem Schritt solltest du überprüfen, ob es noch hellere Stellen im Tuch gibt, in denen offensichtlich kein oder nicht ausreichend Wachs eingedrungen ist. In diesem Fall noch einmal bei Schritt 2 beginnen und weiteres Wachs auf die noch hellen Stellen geben.14_Bienenwachstuch.jpg7. Das Bienenwachstuch ruhig einen Tag hängen bzw. liegen lassen, bevor du es erstmalig benutzt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es dann besser „funktioniert“ (Anwendung siehe unten).16_Bienenwachstuch.jpg8. Das Prozedere für weitere Stoffzuschnitte wiederholen, um das Backpapier direkt mehrfach nutzen zu können.

Anwendung der Bienenwachstücher

Um die Bienenwachstücher optimal zu nutzen, knüllst du sie am besten vor dem Gebrauch (wie ein Stück Papier) zusammen und erwärmst sie in deinen Hand-Innenflächen. Dadurch schmilzt das Wachs etwas an, sodass du die Seiten miteinander verkleben oder das Tuch über einer Schüssel fixieren kannst. Ein Gummiband sorgt für einen stärkeren Halt und eignet sich auch gut zum Transportieren der Speisen.17_Bienenwachstuch.jpgSollten Essensreste auf dem Bienenwachstuch verbleiben, kannst du kaltes bis lauwarmes Wasser für die Reinigung und ggf. etwas Spülmittel (ohne Alkohol) nutzen. Einfach unter das fließende Wasser halten oder mit einem Lappen abwischen. Da sich das Bienenwachs bei heißeren Temperaturen wieder aus dem Stoff lösen würde, solltest du es keinesfalls in die Spülmaschine tun. Dies ist auch der Grund, weshalb du besser kein rohes Fleisch oder Fisch in den Tüchern aufbewahrst, damit sich keine Keime ansammeln.

Alternative Herstellungsmethoden

Um deine eigenen Bienenwachstücher herzustellen, gibt es weitere Methoden. Zum Beispiel kannst du den Stoffzuschnitt auf ein Backblech legen, das Bienenwachs (wie oben beschrieben) auf dem Tuch verteilen und das ganze bei 90 Grad im Ofen lassen, bis das Wachs geschmolzen ist. Bei Bedarf das Wachs mit einem Pinsel verteilen. Anschließend an einer Ecke herausnehmen, kurz abkühlen und dann trocknen lassen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!
Eure Katrin